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28. Offene Deutsche Shogi Meisterschaft 2021 in Berlin

18. + 19. September


Am 18. und 19. September fanden in Berlin die Deutschen Meisterschaften 2021 statt. Dies war nach langer Zwangspause das erste Turnier, bei dem wir wieder die Spielsteine in unseren Fingern spüren konnten. Das letzte Turnier in Deutschland hatte zufälligerweise an fast exakt demselben Ort stattgefunden - das Mori-Ogai-Turnier im Februar 2020. Dann kam Corona und die in Hamburg geplanten Deutschen Meisterschaften mussten kurzfristig abgesagt werden. Seither hatten die immer wiederkehrenden Wellen Turniere vor Ort verhindert und wir hatten nur im Internet spielen können. Im Frühling 2021 war die Zeit gekommen, diesen beklagenswerten Zustand zu ändern. Zu diesem Zeitpunkt war erkennbar, dass es ein geeignetes Zeitfenster geben würde: Zwischen dem fortschreitenden Impfprogramm und dem günstigen Wetter war zu erwarten, dass das Infektionsgeschehen über den Sommer hin abflauen würde. Im Spätsommer oder frühem Herbst sollte die Abhaltung eines Turniers möglich sein, bevor es dann zum Jahresende vielleicht noch einmal eine fünfte Welle geben kann. Und so ist es, trotz Deltavariante, dann auch gekommen. (Fotos: Monika Pfaff, Richard Rödel, Bilal Dardour)

Ein Turnier unter besonderen Umständen

Trotzdem mussten wir natürlich ein Covid-19 Hygienekonzept durchziehen. Neben den üblichen unbequemen Kleinigkeiten, an die man sich inzwischen gewöhnt hat, haben wir dabei vor allem auf einen Test aller Teilnehmer vor Turnierbeginn gesetzt, Geimpfte und Kinder eingeschlossen. Erfreulicherweise war das Testergebnis durchgehend negativ und wir konnten unbeschwert mit allen Angereisten spielen.

Gespielt haben wir in den Räumen der HumboldtInitiative. Dort finden auch die wöchentlichen Treffen des Berliner Shogi Clubs statt. Für das Turnier benötigten wir natürlich mehr Räume. Glücklicherweise standen die zur Verfügung und wir konnten so unser Turnier mitten im Herzen von Berlin abhalten. Leider hatten sich die Renovierungsarbeiten etwas verzögert. Wir mussten deswegen bei den Tischen etwas improvisieren und auch den einen oder anderen Stapel mit Baumaterial übersehen. Ganz abgesehen von dem Loch in der Straße direkt vor dem Eingang. Aber durch den tatkräftigen Einsatz vieler Helfer, die am Freitag schon früh angereist waren, und mit Hilfe der Initiativeler war am Samstag alles bereit.

Insgesamt waren wir 19 Spieler. Diese kleine Truppe war ein sehr internationaler Haufen, mit sechs verschiedenen Herkunftsländern. Allerdings wohnen zugegebenermaßen alle Spieler derzeit in nur zwei Ländern, Deutschland und Polen. Bei dieser Anzahl waren drei MacMahon-Gruppen angemessen, wobei die Untergrenze des Danbereichs bei 1680 Elo und die Obergrenze des 3 Kyu bei 1460 Elo die Grenzen bildeten.

Doppelsieg für Frank Rövekamp

Da nur acht Spieler an der Deutschen Meisterschaft selber teilnahmen, fiel die Qualifizierung in der ersten Runde weg. Das gab Masuda Shingo die Gelegenheit zu beweisen, dass seine provisorische Einstufung nach dem Mori-Ogai-Turnier vor 1 1/2 Jahre zutreffend war, indem er mit dem späteren Vizemeister Daniel Prill einen der deutschen Favoriten besiegte. In Runde 2 bis 4 wurde dann die Deutsche Meisterschaft ausgespielt. Hier konnte sich Frank Rövekamp gegen Daniel Prill durchsetzen. Damit ist endlich der Fluch gebrochen, der Frank bisher immer wieder auf die Plätze 2 und 3 verbannt hatte.



In der folgenden Runde konnte Frank dann gleich noch einen drauflegen und den weissrussischen Favoriten des offenen Turniers, Uladzislau Zakrzheuski, besiegen. Damit nahm er auch den Pokal als Sieger der Offenen Deutschen Meisterschaft mit nach Hause. Uladzislau verlor aber kein weiteres Spiel und wurde so Vizemeister. Sieger der zweiten MacMahon-Gruppe wurde Fumihiro Watanabe aus Berlin, der damit wohl endlich seine verdiente Beförderung zum Shodan errungen haben dürfte. Die dritte MacMahon-Gruppe konnte Janik Kruse aus Paderborn für sich entscheiden. Bester Neueinsteiger war Yoshida George, der seit kurzem in Berlin spielt, und gleich in seinem ersten Turnier in Europa gleich drei Partien für sich gewinnen konnte. Die beiden anderen Neueinsteiger waren weniger erfolgreich. Das darf aber nicht über ihre tatsächliche Spielstärke täuschen. Beide haben sehr gut gespielt und die Siege über sie waren alles andere als geschenkt. Ihr Pech war nur, dass bei diesem Turnier die unteren Ränge kaum vertreten waren und das Feld von Danspielern und 1 Kyus beherrscht wurde. Bei den anstehenden Turnieren wird sich dies sicherlich wieder ändern. Es wird Zeit, dass der Spielbetrieb aus seinem langen Winterschlaf geweckt wird!

Daniel Többens


Nr.NameNat.GradeELO12 345 6Pts.+/-
1Rövekamp FrankDE3 Dan1923 0=17+8+3+2+4+7,5
2Zakrzheuski UladzislauBY4 Dan2273 9+4+7+6+1-5+7
3Prill DanielDE2 Dan1902 4-11+5+1-9+6+6
4Masuda ShingoJP 1822 3+2-6-7+5+1-5
5Drechsler JochenDE2 Dan1777 6+12+3-7+4-2-5
6Tsutsui KensukeJP2 Dan1865 5-10+4+2-11+3-5
7Watanabe FumihiroJP1 Kyu1674 11+16+2-4-13+9+5
8Jock HendrikDE1 Kyu1637 16+9+1-5-15+10+5
9Dardour BilalDE1 Dan1767 2-8-12+10+3-7-4
10Fichter FabianDE1 Kyu1632 15+6-14+9-17+8-4
11Többens DanielDE1 Kyu1546 7-3-19+18+6-14+4
12Majewski ThomasDE2 Dan1611 14+5-9-13-0+15+4
13Kruse JanikDE7 Kyu1275 18+14-16+12+7-19+4
14Chan Chung ManHK1 Kyu1633 12-13+10-15-16+11-3
15Yoshida GeorgeJP  10-18+17+14+8-12-3
16Adaszewski GrzegorzPL1 Kyu1597 8-7-13-19+14-0+3
17Müller JensDE5 Kyu1309  19+1-15-0+10-18+3
18Posada Zuluaga VictorCO  13-15-0+11-19+17-2
19Kaito TakayanagiDE  17-0+11-16-18-13-1